Immer der Muschel entlang XXVIII
- Carlito Thormann
- 6. Feb. 2023
- 2 Min. Lesezeit
31.10.2021
Die Zeitumstellung in der Nacht hatte mir eine Stunde Schlaf geschenkt, weshalb ich schon sehr früh auf den Beinen war. Ich ging hinunter zum gut ausgerüsteten Frühstücksbuffet, wo ich zwei der Pilgerinnen begegnete, die ich in Pobra de parga kennengelernt hatte. Wir tauschten uns ein wenig aus, bevor ich in mein Zimmer ging, um zu packen. Kurz vor halb neun war ich schon wieder unterwegs.
Das Wetter war wieder nicht so auf meiner Seite. Es regnete den ganzen Tag, was die Landstrassen in Unmengen von Schlamm verwandelte. Ich liess mich davon nicht abhalten und kam zügig voran.
Durch mein Tempo und den frühen Start war ich schon um halb eins in Arzuá. Die öffentliche Herberge war noch nicht geöffnet, weshalb ich mich ins Café vis-à-vis setzte und dort einen Kaffee bestellte.
Als ich dann in der Herberge eincheckte, wurde ich zum ersten Mal nach meinem Covid-Zertifikat gefragt, was ich natürlich ohne weiteres vorwies.
Wie gewohnt nahm ich eines der Betten in Beschlag und duschte, bevor ich mich auf die Suche nach einem Mittagessen machte. Unweit von der Herberge fand ich eine kleine Pizzeria, die mir gefiel. Ich war der einzige Kunde, was ich schon lange nicht mehr erlebt hatte. Satt und zufrieden kehrte ich danach in die Herberge zurück. Je mehr ich von der Herberge erkundete, desto mehr machte der tiefe Preis Sinn. Es war im ganzen Gebäude sehr kalt und das Wlan reichte genau bis auf die ersten Treppenstufen, die ins Zimmer führten. Auch das Schlafzimmer war so gut wie nicht geheizt und die Betten waren mit dünnen Plastikmatratzen ausgestattet.
Ich vertrieb mir die Zeit mit Videos und der Planung der nächsten Tage. Der Nachmittag fühlte sich unendlich lang an und ich konnte es kaum erwarten, am nächsten Tag weiterzuziehen.
Am Abend ging ich in die gemeinsame Küche hinunter, wo es genauso kalt war, und machte mir aus meinem Proviant ein Abendessen. Ich hielt es dort unten nicht lange aus und ging schon früh in meinen viel zu dünnen Schlafsack. Ich konnte kaum einschlafen. Die Kälte war nicht zu bekämpfen und es war mir im Allgemeinen nicht so wohl in dem Zimmer. Ich tröstete mich damit, dass mich nur noch um die 40 Kilometer von Santiago de Compostela trennten.
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