Immer der Muschel entlang XXIX
- Carlito Thormann
- 8. Feb. 2023
- 2 Min. Lesezeit
01.11.2021
Nach einer schlechten Nacht ging ich am frühen Morgen los. Ich konnte nicht schnell genug von dieser unangenehmen Herberge wegkommen. Ich hatte nicht gefrühstückt, was mir egal war. Ich kam zügig voran und machte in einem kleinen Ort eine Pause und trank einen Kaffee. Es ging auf dem Weg vor allem durch Wälder, was für mich am frühen Morgen etwas beruhigendes hatte.
Die Etappe war nur knapp über zwanzig Kilometer lang und durch mein frühes Aufbrechen kam ich noch vor zwölf Uhr in O Pedrouzo an. Dementsprechend musste ich auf die Öffnung der Herberge warten. Der Ort bestand mehr oder weniger aus einer Hauptstrasse, an der die Herberge und ein paar Läden und Restaurants waren. Ich verbrachte meine Wartezeit in einer Cafeteria, in der alles Mögliche serviert wurde.
Eine Stunde später checkte ich ins Porta de Santiago ein, ein Name der ziemlich offensichtlich ist. Die Herberge war sehr bequem und ruhig. Ich nahm eine heisse Dusche, bevor ich wieder in die Cafeteria ging, um dort zu essen. Ich bestellte zusammengefasst einen Teller frittierter Sachen. Ich hatte einfach Hunger auf etwas fettiges. Dazu bekam ich einen riesigen Korb mit Weissbrot, den ich kaum anrührte. Als die Serviererin kam, um abzuräumen, fragte sie mich, ob ich keinen Hunger gehabt hätte. Ich verstand nicht sofort, was sie meinte, mein Teller war leer gegessen. Als sie meine Verwirrung sah, zeigte sie auf den vollen Brotkorb. Ich konnte nur lächeln, mein Magen war mehr als voll.
Zurück in der Herberge machte ich zum letzten Mal eine Wäsche und ruhte mich aus. Abends lief ich nochmals die Hauptstrasse entlang, bis ich auf eine Pizzeria traf. Zum zweiten Mal in zwei Tagen bestellte ich eine Pizza.
Ich bereute diese Entscheidung später. Mir war von diesen beiden sehr fettigen Mahlzeiten nicht gerade wohl im Magen. Das konnte meine Aufregung darüber, dass ich am nächsten Tag in Santiago ankommen würde, nicht bremsen.
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