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Immer der Muschel entlang XXVII

  • Autorenbild: Carlito Thormann
    Carlito Thormann
  • 4. Feb. 2023
  • 2 Min. Lesezeit

30.10.2021

 

Am nächsten Morgen erwartete jeden Pilger nicht nur ein Frühstück, sondern auch Papiersack mit Proviant, auf den Vincente jedem eine kleine Zeichnung gemalt hatte. Nachdem ich mich von José verabschiedet hatte, was wieder ein etwas emotionaler Moment war, ging es für mich wieder auf den Camino.

Es regnete leicht und der Himmel war bewölkt. Mir war an diesem Tag teilweise wirklich kalt. Die Landschaft auf dieser Strecke lässt sich sehr leicht zusammenfassen. Ich sah den ganzen Weg lang nur die riesigen Windräder vor mir. Die Szenerie war richtig beindruckend, was mich von der unendlichen Strecke auf der Hauptstrasse ablenkte, die wenigstens nicht stark befahren war.

 

Als ich kurz nach halb eins in Sobrado ankam, war ich richtig stolz auf mich. Ich hatte die Etappe, obwohl ich so lange auf Asphalt unterwegs gewesen war, ziemlich problemlos überstanden.

Ich ging bei meiner Ankunft als erstes zum Kloster, welches das interessanteste am kleinen Ort war. Dort schaute ich mich etwas um, bevor ich ihm Klostershop ein Souvenir einkaufen ging. Der Mönch, der an der Kasse stand, sprach mich aus irgendeinem Grund direkt auf Französisch an. Ich wechselte einige Worte mit ihm, bevor ich mich in mein Hotel begab. Ich freute mich, wieder mal ein Zimmer für mich und etwas Privatsphäre zu haben.

Das Zimmer war geräumig und mit einer grossen Badewanne ausgestattet. Diese wollte ich aber erst nach meinem Mittagessen ausprobieren. In einem der kleinen Restaurants fand ich was ich suchte: ein menú del día, wie es sich gehörte. Nachdem ich gegessen hatte, ohne aber die Rotweinflasche auszutrinken, die man mit wortlos und ohne Etikett auf den Tisch gestellt hatte, kehrte ich also zur Badewanne zurück. Das Bad tat mir unglaublich gut und ich genoss es zu wissen, dass ich in drei Tagen endlich am Ziel sein würde.

 

Am Abend holte ich mir einen Burger zum Mitnehmen, den ich vor einem Film in meinem Hotelzimmer zu mir nahm. Ich nutze an diesem Abend meine Ruhe zur Gänze aus, obwohl ich nicht wissen konnte, dass meine Unterkunft am nächsten Abend etwas weniger gemütlich werden würde.

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