Immer der Muschel entlang XXII
- Carlito Thormann
- 3. Jan. 2023
- 2 Min. Lesezeit
25.10.2021
Am nächsten Morgen frühstückte ich mit den beiden Karins. Eine der beiden berichtete, in der Nacht habe jemand versucht, in die Herberge einzudringen, was nicht gerade beruhigend war.
Ich hatte am Vortag einige Berechnungen gemacht und die kommenden Tage geplant. Deshalb hatte ich mich entschlossen, an diesem Morgen den Bus bis nach La Caridad zu nehmen, um eine Kilometer zu sparen. Diese Entscheidung würde mir erlauben, einen ganzen Tag in Santiago verbringen zu können.
Nach einem herzlichen Abschied von meinen zwei Genossinnen ging ich zur nächsten Bushaltestelle, wo der Bus pünktlich um viertel nach neun vorfuhr.
Von La Caridad aus folgte ich zum letzten Mal auf meiner Reise der Küste. Trotz des trüben Wetters genoss ich die Aussicht auf den Ozean und war froh, meinen Fortschritt wieder einmal konkret vor Augen zu haben.
Kurz vor meiner Ankunft in Ribadeo, überquerte ich eine lange Brücke und gleichzeitig die Grenze zwischen Galizien und Asturien. Ich hatte also die letzte Provinz meiner Reise erreicht.
Ribadeo ist eine wunderschöne Stadt am Meer, mit vielen belebten Strassen und einem grossen Marktplatz. Dort befand sich auch das Tourismusbüro. Dieses war gross und mit einer unglaublichen Szenerie aus Playmobil dekoriert, was mir nach der anstrengenden Etappe ein Lächeln ins Gesicht brachte.
Auf demselben Platz befand sich auch eine grosse Apotheke, in der ich endlich eine Kniebandage kaufte. Meine Knie waren von den vielen Strecken auf Beton sehr angeschlagen und die Bandage würde sich in den nächsten Tagen als sehr hilfreich erweisen.
Bei meiner Ankunft im Hotel Santa Cruz wurde ich von einem grossen Hund in Empfang genommen. Der Inhaber gab mir meine Zimmerschlüssel. Ich liess sofort ein Bad ein und richtete mich ein.
Etwas später ging ich wieder in die Stadt und holte mir einen Burger und Proviant für die kommenden Tage.
Den Abend verbrachte ich auf meinem Bett. Die letzten sieben Tage standen mir noch bevor. Obwohl ich wunderschöne Orte und Landschaften noch vor mir wussten und ich noch vieles über mich selbst lernen würde, konnte ich es kaum erwarten meine Freunde und Familie wieder zu sehen. Drei Viertel der Reise hatte ich hinter mir, eine Woche noch, dann würde ich in Santiago sein.
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